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DIE STREUNER
BURSCHI, LA JOLIE JULIE und all die anderen


Burschi

Es beginnt mit bestialischem Gestank. Das ganze Vorzimmer riecht untrüglich nach Katzenpisse! Ich bin Expertin darin! Auf allen Vieren krieche ich und schnüffle an Teppichen und Türstöcken. Sollte sich Puma vergessen haben? Er hat noch nie im Haus markiert. Bengelchen wäre die geeignete Kandidatin, aber die Kätzinnen von Bernhard und Doris weilen ausnahmsweise nicht auf Landurlaub.

BurschiDer Geruch lässt sich nicht orten. Ich öffne die Eingangstüre: In 30 cm Höhe glänzt am Holz die Quelle eines schmalen Rinnsals getrockneter Feuchtigkeit... Verdammt! Wer lässt hier seinen Kater unkastriert herumlaufen? Ich rücke dem stinkenden Steckbrief mit Danchlor, Wasser und Holzpolitur zu Leibe, versprühe Düfte und lüfte, bis ich mir einreden kann den ordnungsgemäßen Zustand des Hauses wieder hergestellt zu haben. Jetzt stinkt es dem unhöflichen Gast sicher gewaltig! Drei Tage später wiederholt sich das Spiel. Dennoch stelle ich weiter Futterreste auf die Eingangsstufen. Leben und leben lassen! Der Frühling nähert sich und der anmaßende Rüpel wird ja hoffentlich bald der Hormone beraubt seine Tätigkeit einstellen.      Doch so häufig und gründlich wie in den folgenden Wochen wird unsere Haustüre noch nie einer Reinigung unterzogen. Mittlerweile habe ich die Hoffnung auf die Einsicht des Katerbesitzers aufgegeben und beschlossen zur Selbsthilfe zu greifen. Der freche Kerl dringt bereits in den Garten ein, was das Wissen über den Gebrauch von Katzenklappen voraussetzt, und wird von Krysia, der Seele der häuslichen Sauberkeit, verdachtsweise schon im Keller gesichtet. Offensichtlich führt er eine heimliche Übernahme des Haushalts im  Schilde.

Ich bin Internet-Fan. Zwar befinde ich mich mit Computern auf ständigem Kriegsfuß; Hard- und Software, http., ftp., SMTP und POP Server, HTML, Firewall, Firewire, Proxies, Widgets, Pop ups... Die Programme einfach, klar und logisch aufgebaut, try and error – kein Problem! Leider funktioniert meine Logik ganz anders und try and error hat schon dazu geführt, dass Bernhard mir milde lächelnd sämtliche Zugriffsrechte auf meinem Mac entzogen hat. Ich hege der Maschine gegenüber eine tiefe Hassliebe und trotz aller Rückschläge bin ich immer wieder von den gebotenen Möglichkeiten fasziniert. Die bei e-bay bestellte Marder- und Katzenfalle kommt innerhalb einer Woche. Um sicher zu gehen, den Richtigen zu fangen, wird sie nächtens, wenn Puma Ausgangssperre hat, hinter besagter Katzentür aufgestellt. Ohne große Hoffnung auf Erfolg legen wir uns schlafen.

In der Nacht begann es heftig zu regnen. „Willst du wirklich diesen armen, nassen Kater kastrieren lassen?“ fragt mich Herbert am nächsten Morgen. In Windeseile hüpfe ich aus dem Bett und sehe einen klitschnassen grau-braunen jungen Kater ruhig im Käfig sitzen. Seine gelben Augen sehen mich abwartend an. So einfach ist das also! Bald werde ich erfahren, dass Burschi – wie wir ihn nennen – als Ausnahme die Regel des harten Jobs des Katzenfangens bestätigt. Ein Katzenkorb wird hergerichtet und Burschi lässt sich problemlos umquartieren. Da sitzt er dann im Gästevorraum und macht keine Anstalten den Korb zu verlassen. Ab und zu maunzt er leise, lässt sich bewundern und fotografieren, und es fällt mir schwer ihn nicht zu füttern. Sein Fell ist so unauffällig gemustert wie das einer Wildkatze, nur der lange Schwanz schwarz und hell braun beringt, die Gesichtsmaske mit wenigen klaren Linien betont. Auf der Stirn prangt das makellose M, das der Prophet Mohammed der Sage nach der Katze als seinem Lieblingstier auf die Stirn gezeichnet haben soll. ...

 

Lesen sie weiter im Buch DIE ICH-AG, KATZENGESCHICHTEN von ELFI STARK


Déchatisation – Endlich katzenfrei!

 

Affiche PlanningchatOh nein, bitte nicht!“, denken sich nun die vom Französisch- oder ganz allgemein vom Schulunterricht traumatisierten Leser. Keine Angst liebe Leute! Hier seht ihr nur ein französisches Plakat, das – wie jenes an den Anfang der Geschichten gestellte Felix geht fremd von den VIERPFOTEN Österreich – zur Sterilisation frei laufender Katzen aufruft, denn fast niemand bedenkt die Folgen des Liebeslebens der Hauskatzen.

Hier nochmals zur Klarstellung:

1 Katze wirft 2x im Jahr durchschnittlich 3-4 Junge. Mit 6 Monaten sind diese geschlechtsreif. Das ergibt in 3 Jahren mindestens 162 Katzen, die niemand will. Streunerkatzen sind Problemfälle. Sie sind meist in erbärmlichen Zustand, da sie nicht genügend natürliche Nahrung finden, nicht geimpft sind und so Krankheiten auch auf Hauskatzen übertragen. Seit 2005 gibt es in Österreich die gesetzliche Kastrationspflicht.

Ich glaube, man kann das Plakat auch ohne Kenntnis der Sprache verstehen, obwohl ich persönlich es zu herzig, zu wenig eindringlich finde. Wie ich dazu komme?

Nun ja, wer sich schon auf meiner Website umgesehen hat, weiß, dass ich über zweieinhalb Jahrzehnte Französisch unterrichtet habe. Auch meine Familie hat so den Reiz dieser Sprache und des Landes vermittelt bekommen. So verbringen wir nun schon seit vielen Jahren unseren Sommerurlaub in La Rochelle, an Frankreichs Atlantikküste.

2005 fallen mir Katzenbabies auf, die fröhlich auf den Bäumen der begrünten Parkplätze vor unserem Balkon turnen. Schon immer habe ich Fleisch- und Fischreste pelzigen Besuchern angeboten, nie ist mir jedoch die Idee gekommen, dass diese darauf angewiesen sein könnten. Herbert ist vom Spiel der Kleinen entzückt. Meine Vermutung, die Kätzchen seien Streunerbabies, lehnt er entrüstet ab. Er hat so eine böse Vorahnung, denn ich bestehe darauf, dass ich recht habe. So kann man im Urlaub doch keine Erholung finden! Frankreich ist doch nicht Griechenland! Hier sollen nur glückliche dicke Katzen um mich sein! Was tun? Und wie?

Im nächsten Sommer gehe ich gezielt auf Suche. Es gibt wieder Babykatzen unter unserem Fenster, und ich finde im Gebüsch Schüsselchen, die ich auffülle. Bald lerne ich die Betreuerin des Futterplatzes persönlich kennen.

An dieser Stelle muss ich die geneigten Leser mit einer subjektiven Feststellung konfrontieren, denn interessanterweise sind es so gut wie immer nur Frauen, die sich um Tierleid kümmern. In den meisten leitenden Positionen von Tierschutzorganisationen sitzen aber wiederum nur Männer. Geht es auch hier nicht prinzipiell um Hilfe, sondern um Geltungsbedürfnis und Einfluss?

Die Dame füttert seit einigen Jahren die Streunerbanden in der Gegend und hat bei unseren Häusern ihren abgängigen, unkastrierten, weil aufgrund einer Knocheneiterung am Hinterlauf angeblich zeugungsunfähigen Kater Noé wiedergefunden. Sie heißt Danielle, wohnt ein paar hundert Meter weiter weg, und im Zuge unserer Bekanntschaft stellt sich heraus, dass sie in ihrer Sorge um Noé etwas gründlich missverstanden haben dürfte. Der Kater jedenfalls – einst selbst mit seiner Mutter von Danielle gerettet – lehnt eine Rückkehr ins traute Heim kategorisch ab! Er ist nach sechs Jahren als Hauskatze an die Stätte seiner Geburt zurückgekehrt und nun hier als Platzkater bedauerlicherweise unabkömmlich. Er erklärt dies seinem Frauchen indem er sich streicheln und hochheben, jedoch keinesfalls tragen oder in einen Transportkorb stopfen lässt! Zeugungsunfähig! Dass ich nicht lache! Sämtliche hier später noch vorgestellten braun gebänderten Katzen gehören seiner Sippe an.

Noé ist bald bekannt wie ein bunter Hund. Er hinkt auffällig, scheint von einem Auto angefahren worden zu sein. Aber alle, die sich um die Katzen kümmern, wissen in Kürze Bescheid. Danielles Kater ist ein intensiv gefärbter brauner Taby mit smaragdgrünen Augen, in dieser Region Frankreichs scheinbar endemische Eigenschaften, die er er an seine Söhne und Töchter vererbt und durch schamlosen Inzest sicher noch verstärkt hat. Die kastanienbraunen Kringelmuster auf hell-beigem Fellgrund, sowie das intensive Grün der Katzenaugen sind typisch für die Esser unter unserem Balkon. Ich nenne sie daher Maronikatzen. Auch die grau-weiße Verwandtschaft weist das hübsche Tabymuster und das Leuchtgrün der Augen auf.     ...DouDou Tigrou

DouDou-Tigrou sous mon balcon. 1

Das entworfene, über das Kapitel gestellte, Plakat verharmlost meiner Meinung nach das Problem, aber ich wünsche ihm großen Erfolg. Die Freunde witzeln schon, dass es in La Rochelle bald heißen wird: „Attention! Elfi arrive! Sauvez les chats, sinon il n‘y aura plus!“ 3

Nicht in allen kleineren Städten Frankreichs steht man den Katzen so wohlwollend gegenüber. Mancherorts hat man sich zur déchatisation, wörtlich zur Entkatzung (so wie Entlausung), entschlossen. Das bedeutet, dass alle frei laufenden Katzen, egal welcher Herkunft, eingefangen und – meldet sich kein Besitzer - getötet werden. Mir ist schon klar, dass auch im Großteil Europas, ja der EU, den nicht menschlichen Mitbewohnern keinerlei Be-Achtung geschenkt wird. Schlachtvieh wird quer durch den Kontinent geschleust, Hunde und Katzen werden nach wie vor als Ungeziefer behandelt, gesteinigt, erschlagen, ertränkt, verhungern gelassen. Aber im wohlbestallten humanistisch-demokratischen Westeuropa? Die hierfür Verantwortlichen haben in ihrem missionarischen Eifer ein paar Kleinigkeiten übersehen:

1) Nach der Entkatzung ist vor der Entkatzung.

Der Unsicherheitsfaktor Mensch wird immer wieder unsterilisierte Tiere laufen lassen. Nach ein paar Jahren ist der alte Zustand wieder erreicht.

2) Nur stabile, gesunde Katzenpopulationen können ein Anwachsen der Zahl herrenloser Tiere verhindern!

Eine Gruppe kastrierter, gut versorgter Katzen ist ortsgebunden. Xenophob wie der Mensch, verhindert sie schon aus Eigennutz den Zuzug Fremder. Die Betreuer kennen ihre dankbare und mit der Zeit handzahme Klientel. Kranke Tiere können sofort behandelt, Neuzugänge nach Gewöhnung an den Futterplatz rechtzeitig aus dem Geschlechts-Verkehr gezogen werden. Die Katzen tragen im rechten Ohr eine Tätowierung, mit der sie in einer staatlichen Datenbank unter ihrem Namen und dem des Aktivisten oder der Organisation registriert sind.

3) Nur gut genährte Tiere können Krankheiten abwehren und stellen somit kein Ansteckungsrisiko für Hauskatzen dar.

Übrigens: Katzen können keine Krankheiten auf den Menschen übertragen! ...

 

                          Lesen sie weiter im Buch DIE ICH-AG, KATZENGESCHICHTEN von ELFI STARK


La Jolie Julie

Im zweiten Jahr meines persönlichen Frankreichfeldzugs fällt mir ein kleines schwarzes Kätzchen auf, das seit ein paar Abenden im Schlepptau einer grau-weißen Katze umherhüpft. Ich nehme an, es sei in Gesellschaft seiner Mutter. Die große Katze will mir nicht in die Falle gehen, aber das Kleine lässt sich mit Futter anlocken und leicht im Korb in die Wohnung transportieren. Ein Fleischstückchen hilft über aufkeimende Panik hinweg und das KätzchenLa Jolie Julie beschließt auf der Stelle Menschen und alles, was mit ihnen zusammenhängt, zu lieben. Es ist kein kleiner Kater, wie ursprünglich vermutet, sondern ein aufgewecktes, fröhliches Mädchen, vielleicht knapp 3 Monate alt. Erst im nächsten Frühjahr sollte ich seine Mutter fangen, einen junger Kater, dem sich die Kleine, auf seine Kompetenz in Sachen Futterbeschaffung zählend, an die Fersen geheftet hat.

Aus Angst mich zu verlieben, rufe ich umgehend bei PLANNINGCHAT an und will das Katzenkind abgeben. Verzweifelt, weil mit zu vergebenden Katzen überbevölkert, bittet man mich sie doch noch eine Weile zu behalten, bis sich ein Platz fände. Wenn das nur gut geht! Tests ergeben, dass das Mädchen völlig gesund ist. Also im Notfall kann man sie mit nach Hause nehmen. Nur nicht an die Komplikationen in unserem verrückten Katzenhaushalt denken!

Wir nennen sie Das Hübsche Julchen, La Jolie Julie. Ihr Fell schimmert wie Nerz. Sie hat einen winzigen weißen Fleck auf der Brust und zwiebelrot bepelzte Ohren. Im Sonnenlicht sieht man dünklere Tigerstreifen auf rötlichem Grund. Juliechen frisst wie ein Werwolf. Sie kennt kein Sättigungsgefühl, denn auf der Straße muss man fressen, solange es etwas gibt. Der folgende Durchfall bringt ihr Diätfutter ein. So leicht gibt sie sich aber nicht geschlagen! Das Stehlen liegt ihr im Blut. Am dritten Morgen kommen wir ins Wohnzimmer und erstarrten vor Schreck.

Unter dem Esstisch ist der Boden roséfarben überschwemmt. Darin schwimmen kleine grüne Tüpfelchen!? Die Vase umgestoßen? Nein! Pipi daneben gemacht? Nein! Erbrochenes nach Blumenfraß? Aber wieso nur Wasser? Rosa Wasser? Wieso grüne Pünktchen? Juliechen liegt etwas matt auf der Couch, ihr Bäuchlein gut gerundet. Die Wasserschüssel ist fast leer. Ich suche weiter und finde:   ... © ELFI

 

Lesen sie weiter im Buch DIE ICH-AG, KATZENGESCHICHTEN von ELFI STARK 

 

ShakiraDie weitere Geschichte vom Hübschen Julchen sowie von der völlig wilden Britisch Kurzhaar Rassekatze Shakira mit den orangen Augen, dem ausgesetzten Kleinen Willi mit dem 'verlorenen Ei'  und wie Tierhilfe zur Menschenhilfe wird ist darin nachzulesen.Willi und Bem

 

 

 

 

 

Erhältlich ist das Buch per e- Mail gegen Vorauszahlung oder per Nachnahme.

Mail: kratz150@gmail.com

1 Das ist DouDou-Tigrou, das Schmusetigerchen unter meinem Balkon. Seine Männlichkeit fiel mir im 2.Projektjahr zum Opfer. Er war und ist ein Prachtkerl!

3 Achtung! Elfi kommt! Bringt die Katzen in Sicherheit, sonst gibt’s bald keine mehr!"